Im Reich der (virtuellen) Sinne. Warum Content Marketing und Storytelling auch ethisch gefordert sind

Historisch gesehen, wurzelt Content Marketing im Editorialen. Quan­titativ überwiegen daher typi­sche redak­tio­nelle Formen wie Text, Foto, Video und Audio. Content Marketing spricht bis­lang also vorrangig die soge­nannten höheren menschlichen Sinne, das Auge und das Ohr, an. Seit Virtual Reality, Aug­men­ted Rea­lity, Live-Kommuni­kation (Events) ebenfalls von Con­tent durchdrungen sind, erweitert sich die Ansprache auf den Tast-, Bewegungs-, Geruchs- und Geschmacks­sinn.

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Most wanted: Chief Content Curator

Mögen Verlagshäuser aufgrund sinkender Erlöse auch in ihren Redaktionen sparen, so zeichnet sich unter dem Stichwort Content-Kuratierung in großen Kommunikations-abteilungen und -agenturen eine interessante Entwicklung ab. Content, also auch redaktioneller Inhalt, ist in zahlreichen Unternehmen als wichtige Ressource zur Steigerung der „Brand Equity“ angekommen. Die Veränderungen, die die Medienwelt durch die Digitalisierung und das Social web ergriffen haben, machen auch vor ihnen nicht halt. Hier einige der wichtigsten Konsequenzen:

  1. Journalisten sind für Unternehemen nicht  mehr die Gatekeeper, um ausgewählte Dialoggruppen zu erreichen
  2. Unternehmen haben über das Internet direkte Mittel und Wege gefunden, sowohl ihre Inhalte zu publizieren als auch via Social Web in unmittelbare Interaktion mit ihren Dialoggruppen zu treten
  3. Diese steuern selbst Inhalte bei – sei es durch Kommentierung oder Weiterverarbeitung vorhandener Inhalte, sei es durch völlige Neuerzeugung
  4. Big Data sorgt dafür, dass Unternehmen über Content verfügen, den Journalisten zwar prinzipiell auch recherchieren könnten (Stichwort: open source, data-journalism), der aber für die Unternehmen bereits vorliegt und exklusiv genutzt werden kann.
  5. Big Data kombiniert mit dem „long tail“ des Internets schafft für Unternehmen ungeahnte „Touchpoints“, also Ansatzpunkte zu Kommunikation mit vielfältig clusterbaren Zielgruppen
  6. Storytelling-Konzepte, die aus der jeweiligen Markenwelt heraus, Geschichten erzeugen, fördern weiteren originellen Content


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anted: Chief Content Curator 

Was bedeutet das für die Unternehmen, wenn Content immer wichtiger wird? Wie veredeln sie ihre exklusiven Informationen, die sich durch blosses Auswerten von ohnehin erhobenen Daten in Unternehmen handelt? Etwa:   „Content, Content, Content – und immer an die Marke denken…“ – um einen berühmten Slogan abzuändern?! Das mögliche Szenario sähe so aus:

  1. Das Content-Volumen nimmt zu, damit auch die Unübersichtlichkeit.
  2. Die Anforderung, vorhandenen und neu eingehenden Content zu sortieren, redaktionell zu bearbeiten und in den verschiedenen Kanälen – dialoggruppengerecht – einzusetzen, steigt
  3. In Unternehmen entwickeln sich über kurz oder lang eigene Redaktions- oder Kuratorenpools, die analog zu Medienhäusern mit spezialisierten Content-Einheiten – also Redaktionen inklusive Chefredakteure oder Chef-Kurator, Reportern, Planern, Community Managern etc. – operieren
  4. Der Einsatz von Content muss strategisch geplant werden, um die Marke anzureichern und die Unternehmensziele zu unterstützen.
  5. Zwischen Redaktions- und Strategieabteilung wird enger gearbeitet, um Content gezielt als Botenstoff  zur Profilierung und Interaktionsträger einzusetzen
  6. Content Management wird ein wichtiger Managementbereich mit eigenem CCC (Chief Content Curator)