Kreativ, ja gerne, aber bitte strukturiert. Das Meetup Structured Creativity #1 Design Sprint

Ist das eine Nachricht, gar einen Blogbeitrag wert, wenn sich 30 Leute an einem stinknormalen Donnerstag im Münchner MucBook Working Space treffen? 30 Leute die ein einhelliger Befund umtreibt, um sich Katrin Kuchs Meetup-Gruppe anzuschließen: Sie stellen etlichen Unternehmen schlechte Techniknoten im Pflichtfach Kreativität aus.

Rechnet man die Teilnehmerzahl hoch um alle – verhinderten –  Interessierten, multipliziert ihre Kontakte, nimmt die Vielfalt der Branchen und Bereiche, die sie vertreten – Training, Coaching, Medien, IT, HR, Produktion, Startups, Wissenschaft – scheint es schlecht um die Innovationskultur bestellt. Zu langwierig, zu viel Bauchgefühl, zu viel BlaBla, zu ineffizient.

Also Methodenwechsel. Jake Knapps Buch Sprint: Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst als Basis für einen Abend, der weniger in die Theorie, sondern in die Praxis kommen will. Fünf Gruppen, fünf Probleme rausgefiltert aus den Anliegen, die die Teilnehmenden mitbringen.

So könnten E-Scooter störungsfreier abgestellt werden

E-Scooter im Weg war so ein Problem, überfüllte ÖPNV-Angebote ein anderes. Schlecht vorbereitete Führungskräfte in wichtigen Meetings, nicht abgelieferte Zustellzettel…

Die Ideen können sich sehen lassen. Auch wenn die Insights zur Definition der genannten Probleme unvollständig sein dürften, seien sie beispielhaft hier genannt.

Wie bekommen wir die E-Scooter User dazu, die Roller so abzustellen, dass sie andere Verkehrsteilnehmende nicht stören, gefährden oder gar verletzen?

Problemaspekte sind: Mangelndes Risikobewusstsein, keine definierte Parkordnung, Positionierung als „letzte Meile“-Tool heiß nicht, vorm Ein-/Ausgang vom Bäcker, der Bushaltestelle etc. abstellen.

Die Wie-können-wir (How might we)-das-Problem-lösen-Fragen lauteten dann etwa:

  1. Wie können wir erreichen, dass sich Nutzer auch ohne Regeln störungsfrei verhalten?
  2. Wie schaffen wir es, dass sich Menschen auch ohne selbst Nutzer zu sein, dafür verantwortlich fühlen?
  3. Wie erreichen wir, dass falsches Abstellen korrigiert wird – möglichst, ohne dass sich Nutzer bevormundet fühlen?

Heraus kam eine App mit einem vielseitigen Punktesystem. Neben Bonus- gibt es auch Maluspunkte, die Nutzer und nicht Nutzer aussprechen könne. Es gibt eine Displaykommunikation, die vor und nach Fahrt nochmal erinnert, dass Menschen mit Behinderungen oft mehr Platz brauchen zum Wenden von Rollstühlen etc. Man könnte ein Foto vom Roller hochladen müssen, bevor sich die App nutzen lässt, es könnte klappbare Roller geben und vieles mehr.

So könnte das Fahrgastvolumen ermittelt werden

Für den ÖPNV wurden Prognosetools über das Fahrgastaufkommen und freie Sitzplätze vor allem am Datenschutz diskutiert. Die chinesische Lösung mit Kameras an jeder Ecke fand wenig Zuspruch. Warum nicht einfach eine sensorgestütze Zählermeldung. In der Bibliothek geht das mit dem Anzeiger über freie Plätze im Lesesaal doch auch.

Katrin Kuch ist von der Methode überzeugt: Hervorragende Ergebnisse in kurze Zeit, besserer Input, weil auch die Stilleren ihren Beitrag abgeben und nicht von den ‚Lautsprechern‘ übertönt werden. Strikte Prozessorientierung. Kreativität ist eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft, was zunehmend auch in den Unternehmen erkannt wird.

Am Schluss Erfahrungsaustausch. Die Abschlußdiskussion zeigt: Nicht für alles ist Design Sprint die richtige Wahl, aber für ziemlich viel. Es ist vor allem auch eine Frage der Einstellung, des Mind-Sets.

Hier geht’s zu einem weiteren Blogpost über den ÖPNV in München

Hier geht’s zu einem weiteren Blogpost über E-Scooter

Hier geht’s zu mehr Infos über Kreativität und innovative Problemlösungen.

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